Dyspareunie – So kannst du die Schmerzen beim Sex vermeiden

Was ist Dyspareunie?

Bei der Dyspareunie handelt es sich medizinisch gesehen um alle Arten von Schmerzen, die bei der Frau beim Geschlechtsverkehr auftreten können. Hierbei kann diese Erkrankung als Oberbegriff gesehen werden, der keine genaue Definition der Vaginaschmerzen beinhaltet. Um somit genauer entscheiden zu können, um welche Art von Beschwerden es sich handelt, muss beispielsweise unterschieden werden, ob die Ursachen für das Leiden beim Vaginismus oder auch bei einer Vulvodynie liegen. Über den Vaginismus kannst du dich einfach hier informieren. Weiterhin gibt es noch hier einen umfangreichen Text für die Selbsthilfe bei Vulvodynie.

Durch was zeichnet sich die Dyspareunie aus?

Wichtig zu wissen ist, dass die jeweiligen Vaginaschmerzen beim kompletten Geschlechtsverkehr auftreten können. Hierbei vor allem zu nennen ist natürlich das Eindringen vom Partner. Aber auch bei der aktiven Penetration oder auch nach dem Sex können die jeweiligen Leiden auftreten. Weiterhin ist noch zu unterscheiden, wie sich die Symptome bei der Dyspareunie zeigen. Jede Frau ist dabei anders, sodass es auch zu anderen Beschwerden kommen kann, die aber alle körperliche Auswirkungen haben. Als Beispiele zu nennen sind:

  • Brennen
  • Juckreiz
  • Engegefühl
  • Stechen
  • Schneiden

Letztlich sind noch die Bereiche zu benennen, die vor allem von der Dyspareunie betroffen sind. Allgemein kann dabei angegeben werden, dass die Schmerzen im gesamten Intimbereich der Frau auftreten können. Besonders oft wird hierbei jedoch von den betroffenen Damen berichtet, dass sich die Symptome vor allem in der Vagina, an der Klitoris, der Vulva und dem Dammbereich zeigen. Auch hierbei kann es von Frau zu Frau Unterschiede geben. Aber auch die Art von Sex bestimmt darüber, welche der Intimbereiche betroffen sind.

Was ist der Unterschied zwischen Vaginismus und Dyspareunie?

Wie benannt handelt es sich bei der Dyspareunie um den Oberbegriff, zu dem auch der Vaginismus gehört. Diagnostisch können diese beiden Leiden sehr häufig nicht unterschieden werden, dies gilt selbst in der Gynäkologie. Zu den Unterschieden gehört dabei, dass beim Vaginismus die Beckenbodenmuskulatur verkrampft, sodass die Vagina sehr eng wird, was das Eindringen von einem Penis, Finger oder auch Tampon schmerzhaft macht. Bei der Dyspareunie ist es genau andersherum. Hierbei führen die Schmerzen erst dazu, dass sich die Beckenbodenmuskulatur verkrampft.

In diesem Fall kann unterschieden werden, ob es sich um eine organische oder nichtorganische Dyspareunie handelt. Bei der organischen Variante ist die Ursache für den Schmerz nicht bekannt, was eine Therapie erschwert. Bei der nichtorganischen Art kann hingegen damit gerechnet werden, dass den Vaginaschmerzen eine Erkrankung der Vulva, Scheide oder Gebärmutter zugrunde liegt. Besonders häufig sind hierbei Infektionen zu benennen, welche Entzündungen zur Folge haben können.

Was sind mögliche Ursachen für Dyspareunie?

Die Infektionen sind meist nur einer der Ursachen, die diese körperlichen Schmerzen auslösen können. Genauso müssen auch noch viele andere mögliche Gründe beachtet werden. Sehr häufig Schuld an den Schmerzen, ist die falsche Sexpraktik der Partner. Vor allem ein zu kurzes oder lustloses Vorspiel kann dazu führen, dass die Frau nicht ausreichend feucht geworden ist. Sollte nun der Mann mit seinem Penis in die Scheide eindringen wollen, kommt es schnell zu Qualen bei der Sexpartnerin. Weitere Gründe können natürlich auch der Vaginismus und die Vulvodynie sein. Neben diesen sehr häufigen Gründen sind noch weitere Ursachen zu benennen wie:

  • Interstitelle Zystitis (Schmerzen der Blase)
  • Geburtsverletzungen
  • Gebärmuttersenkung
  • Genitale Tumore oder Zysten
  • Endometriose (Gebärmutterschleimhaut in anderen Geweben)
  • Allergische Reaktionen (Kondome, Kleidung oder Waschlotion)
  • Bestrahlung des Intimbereichs
  • Entzündung im Genitalbereich
  • Zu viel Stress im Alltag

Um die genaue Ursache klären zu können, lohnt es sich auf jeden Fall eine gynäkologische Untersuchung durchführen zu lassen, wenn du öfter an Schmerzen im Intimbereich leiden solltest. Oft weißt du aber auch selbst, an was es liegen könnte und kannst dann eine entsprechende Behandlung einleiten.

Wie lässt sich Dyspareunie behandeln?

Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass die Behandlungsmöglichkeiten so vielfältig ausfallen, wie die jeweiligen Ursachen an sich. Zuerst einmal solltest du dich, wie bereits benannt, von einem Arzt oder Ärztin untersuchen lassen. Wenn hierbei keine schwerwiegenden Erkrankungen festgestellt werden, wie ein Tumor, Infektionen oder eine Gebärmuttersenkung, bietet sich die Selbsthilfe an. Zuerst einmal sollte hierbei das Beckenbodentraining benannt werden. In diesem Fall geht es darum, den Beckenboden zu stärken und somit das Verkrampfen der Muskulatur bei der Sexualität zu verhindern. Diese Methode ist besonders sinnvoll, wenn du unter Vaginismus leidest.

Für das Training kann beispielsweise ein Yoni-Ei (Ein kleines Ei aus Edelstein, welches in die Vagina eingeführt wird) genutzt werden. Das Ei muss dabei durch die Muskulatur in der Scheide belassen werden, was diese entsprechend trainiert. Weiterhin ist es auch möglich, dass du dich gerade auf den Rücken legst und deine Beine anwinkelst. Nun geht es darum, dein Gesäß anzuspannen und nach oben zu drücken. Die Spannung sollte dann mehrere Sekunden gehalten werden, um sie dann wieder zu lösen. Am besten ist es, diese Übung jeden Tag für 5 bis 10 Minuten durchzuführen.

Weiterhin bietet sich noch das Vaginaltraining an. Hierbei geht es darum, sexuelle Erfahrungen in einem sicheren Umfeld mit sich selbst zu sammeln. Viele Frauen nutzen in diesem Fall als Hilfe Sexspielzeuge wie einen Vibrator. Dieser sollte vorsichtig in die Scheide eingeführt werden, um diese auf die spätere Sexualität mit einem echten Partner vorzubereiten. Ebenfalls hilfreich bei dieser Methode ist noch die Verwendung von Gleitgel, um die natürliche Feuchtigkeit der Vagina zu unterstützen. Bedeutend hierbei zu unterscheiden ist, dass es sich bei Vaginaltraining im Grunde um keine Selbstbefriedigung handelt, sondern um eine Therapie, die dir den Sex erleichtern soll. Dennoch kannst du natürlich Lust und Spaß dabei empfinden, was das Training nur angenehmer macht.

Letztlich gibt es noch Partnerübungen. Auch in diesem Fall geht es darum, durch Penetration der Scheide diese an das Eindringen zu gewöhnen, sodass die Beschwerden mit der Zeit immer weniger werden, bis diese komplett aufhören. In diesem Fall werden im Grunde die gleichen Übungen wie beim Vaginaltraining durchgeführt, nur das dich dein Partner oder deine Partnerin dabei unterstützen. Besonders wichtig hierbei sind eine entspannte Atmosphäre und das ihr euch beide viel Zeit lasst. Weiterhin können auch hierbei für die Übungen entweder der Finger oder Sexspielzeuge genutzt werden. Bei diesen Übungen ist es auch völlig normal Erregung und Lust zu spüren, was dir dabei hilft, die Angst vor dem Sex zu überwinden. Somit kann eine Blockade in der Psyche gelöst werden, welche oft erst zu den Vaginaschmerzen führt.

Fazit – bekämpfe die Dyspareunie zuverlässig und endgültig!

Wenn du beim Geschlechtsverkehr unter Vaginaschmerzen leiden solltest, ist das kein Weltuntergang. Durch die fortgeschrittene Sexualmedizin kann schnell die Ursache für das Leiden gefunden und medizinisch behandelt werden. Aber auch durch die hier vorgestellte Selbsthilfe kannst du selbst dafür sorgen, dass dich die schmerzhaften Empfindungen nicht mehr länger quälen. So kannst du in Zukunft dein Sexleben sicherlich wieder in vollen Zügen genießen.

Andere Websites zum Thema:

  1. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53573/Estrogenrezeptormodulator-lindert-Dyspareunie
  2. https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/hitzewallungen-ex-partner-haben-gewaltigen-einfluss-auf-klimakterische-beschwerden/
  3. https://www.santelog.com/actualites/dyspareunie-le-courant-interferentiel-offre-une-solution-au-sexe-douloureux